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Jetzt ist es schon über eine Woche her, dass ich hier zum letzten Mal etwas reingeschrieben habe. Seitdem ist sehr viel passiert und ich weiß gerade gar nicht so recht wo ich anfangen soll :/
Das Wochenende mit meiner Mutter war sehr schön, aber ich war auch froh als sie wieder weg war. Natürlich hat sie mir angesehen, dass ich noch dünner geworden bin und sie hat die ganze Zeit versucht mich zum Essen zu bringen. Ich weiß, dass sie es gut gemeint hat, aber für mich war das eine Qual. Einerseits wollte ich ihr den Gefallen tun und ihr ja auch irgendwie beweisen, dass sie sich keine Sorgen machen muss, aber andererseits konnte ich mich auch nicht überwinden das Essen, das sie mir angeboten hat, zu essen.
Letzten Montag hatten mein Freund und ich dann unseren ersten Tag an der Uni. Es ging mit einem Weißwurstfrühstück los...das bedeutete für mich leider schon mal jede Menge Stress Es tat mir so weh zu sehen, wie die anderen Studentinnen sich schon morgens 2 Weißwürste und eine Brezel genehmigten. Und viele tranken dazu sogar noch ein Bier..Wenn ich überlege wie viele Kalorien sie damit wohl schon am Anfang des Tages zu sich genommen haben wird mir ganz schlecht :/ Während alle anderen also unbeschwert ihre Weißwürste frühstückten und sich kennen lernten, war ich in meinen Gedanken wieder nur mit Kalorien und der böden Stimme beschäftigt, die mich dafür anschrie, dass ich es wagte an einer Brezel zu knabbern. Mein Freund und ich lernten zwei Jungs kennen, die mit uns am Tisch saßen. Ich hätte mir eher gewünscht ein anderes Mädchen kennen zu lernen, aber ich hatte einfach zu viel Angst wen anzusprechen Ich fühle mich anderen Mädchen so unterlegen. Andere Mädchen sind so hübsch und cool und lustig, und ich bin ein Freak, der sich den ganzen Tag Gedanken ums dick werden macht...
An zwei Abenden der ersten Uniwoche standen Kneipenbummel auf dem Programm. Das war für mich sehr schwer, denn Alkohol steht seit längerem schon nicht mehr auf meinem Speiseplan. Ich vertrage ihn einfach nicht mehr, vermutlich kein Wunder weil ich ja auch keine Grundlage an Essen habe. Außerdem kann ich auf die zahlreichen Kalorien von Alkohol sehr gut verzichten. Damit war ich natürlich der Langweiler der Runde. Wenn alle Cocktails und Bier bestellten, trank ich einen Früchtetee. Ich behauptete ich müsse noch Antibiotikum nehmen, damit möglichst niemand mich spießig fand. An diesen Abenden fühlte ich mich sehr einsam und gefangen in meiner kranken Welt, die irendwie Krieg und Frieden zugleich ist. Ach wie gerne wäre ich auch so unbeschwert Wann hört diese Stimme nur endlich auf mich fertig zu machen?
Die erste Uniwoche neigte sich dem Ende und ich hatte es nicht geschafft mich mit einem anderen Mädchen anzufreunden. Das macht mich traurig, aber ich versuche optimistisch zu sein. Die Uni geht ja jetzt erst richtig los und ich werde bestimmt noch jemanden kennen lernen. Am Samstag gab es einen fachschaftsübergreifenden Brunch. Das war leider wieder eine Veranstaltung die meinen Fokus auf die Krankheit lenkte, statt auf meine Mitstudenten. Fast jedes Mädchen dort genehmigte sich zwei Brötchen mit Belag, eine Brezel, Müsli UND einen Muffin Soooo viel Essen Was hätte ich in diesem Moment dafür gegeben ein Käsebrötchen zu essen? Aber Käse ist für mich Tabu, denn dazu bin ich zu dick.
Alles in allem war ich froh, als die Woche um war und ich mich am Wochenende wieder zuhause verkriechen konnte.
Ich habe seit einiger Zeit große Probleme damit auf Toilette zu gehen. Dadurch fühlt sich mein Magen total voll an, obwohl ich mich bemühe so gut wie nichts zu essen. Die Waage zeigt dadurch auch mehr an, als mir lieb ist 44,7 kg ... das klingt auf einmal so viel Zwar bestätigen mir alle, dass es am Mageninhalt liegt, aber trotzdem macht mich die Stimme für diese Zahl fertig Ich fühle mich so fett. Überall an meinem Körper fühle ich wie das Fett wabbelt Wenn ich es nicht mehr schaffe Tag für Tag weiter abzunehmen -Was kann ich denn dann? Aus diesem Grund habe ich mir aus der Apotheke ein Abführmittel geholt, aber das hat nicht wirklich geholfen, denn nachdem die Wirkung nachgelassen hat, hat sich nur wieder neuer Mageninhalt angestaut. Ich bin versucht mehr von den Tabletten zu nehmen, aber ich habe so Angst damit noch mehr Klischees einer Magersüchtigen zu bestätigen Es macht mich alles so fertig...Heute habe ich mich sogar mit meinem Freund gestritten, weil er nicht mehr wusste wie er mit mir umgehen soll. Diese Krankheit hat mir so viel genommen und ich habe schrecklich Angst vor dem, was sie mir noch alles nehmen wird.
Angst. Angst. Angst...
17.10.16 12:55


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Angst. Mit diesem Gefühl wache ich morgens auf und mit diesem Gefühl schlafe ich abends ein. Angst davor was ich an diesem Tag essen muss und Angst davor was ich an diesem Tag wieder nicht schaffe zu essen. Angst davor was die Waage am nächsten Tag anzeigt und Angst davor was sie am nächsten Tag wohl nicht anzeigt.
Ich schlafe schlecht zur Zeit. Die Angst hält meinen Kopf wach, zwingt ihn nachzudenken, lässt ihn nicht zur Ruhe kommen...Am schlimmsten ist der Hunger der dann noch dazu kommt. Mit knurrendem Magen liege ich im Bett und träume davon lauter leckeres Essen zu essen. Bis sich die Stimme meldet und mich darauf hinweist, dass ich ohnehin noch zu fett bin um soetwas wie Pizza zu essen. Aber träumen darf man doch, oder? Was wäre der Mensch, wenn er nicht träumen darf? Nachts träume ich viel. Sobald ich schlafe werden es allerdings wirre Träume. Träume die mir Angst machen und durch die ich häufig wach werde. Jeden morgen frage ich mich: Wann hört das endlich auf? Wenigstens liegt mein Freund neben mir <3 In seinen Armen finde ich Trost und allein ihn anzusehen beruhigt mich. Häufig denke ich, dass die Welt um mich herum so grau geworden ist, aber bei solchen Gedanken bin ich wütend auf mich, denn ich habe doch so viel wofür ich dankbar bin!
Morgen kommt meine Mama zu Besuch. Sie hat mich nun einige Wochen nicht gesehen und weiß nichts von dem Fresubin oder den Gesprächen mit dem Hausarzt und der Tagesklinik.Ich habe große Angst davor, dass sie sieht, dass ich weiter abgenommen habe. Heute morgen hat die Waage 44,2 kg angezeigt. Das klingt so niedrig Aber meine Beine sehen gar nicht so dünn aus. Eigentlich sind sie noch ganz schön stämmig. Deshalb hoffe ich, dass meine Mama nichts sieht wenn ich einen weiten Pulli trage. Auch das Fresubin darf sie nicht sehen, denn dann müsste ich ihr erklären, dass ihre Tochter eine Versagerin ist. Eine Versagerin, die es nicht einmal schafft mehr zu essen. Dabei sieht Essen immer so einfach aus! Die Leute tun es andauernd. Warum kann ich das nicht? Warum kann ich jetzt nicht einfach in die Küche gehen und mir einen Apfel nehmen, oder sogar ein Stück Schokolade? Ich schäme mich so dafür, so schwach zu sein.
Heute abend möchte mein Freund mit mir Essen gehen. Ich habe Angst vor der Speisekarte. Die Stimme erlaubt mir nur einen Salat ohne Dressing, oder eine kalorienarme Suppe. Manchmal versuche ich mich daran zu erinnern wie es früher war Essen zu gehen. Einfach die Speisekarte aufzuschlagen und zu bestellen was am leckersten klingt, völlig losgelöst davon wie viel Kalorien das vermutlich hat. Das muss schön gewesen sein...Ich wünschte diese Stimme in meinem Kopf würde einfach verschwinden und mich in Ruhe lassen. Irgendwie glaube ich nur, dass ich diese Stimme mittlerweile brauche. Sie gibt mir Sicherheit und das Gefühl die Kontrolle zu haben. Ich habe keine Talente, sehe meiner Meinung nach nicht sonderlich gut aus und ich fühle mich oft nutzlos. Aber abnehmen kann ich anscheinend. Selbst wenn ich eigentlich nicht abnehmen will, nehme ich ab. Das macht mir alles so wahnsinnig viel Angst Jeden Abend bete ich, dass alles gut wird und ich hoffe so sehr, dass der liebe Gott mich erhört.
7.10.16 16:45


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