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Anorexia nervosa - diese Diagnose stand auf der Überweisung für die Tagesklinik, die mir mein Hausarzt ausgestellt hat. Ich weiß nicht warum, aber es war ein sehr komisches Gefühl das schwarz auf weiß geschrieben zu sehen. Anorexia nervosa - nervlichbedingte Appetitlosigkeit - Magersucht. Das sind Begriffe die ich gar nicht mit mir in Einklang bringen kann. Noch vor einem Dreivierteljahr habe ich mir abends mal eine Tafel Schokolade, am liebsten Nugat, genehmigt. Ich habe mit meinem Freund Schokobons und Kekse gegessen, Pizza gebacken und einfach ohne groß nachzudenken auch mal nachgenommen wenn ich nach einem Teller nicht satt war. Ich war nicht 100%ig zufrieden mit meiner Figur, aber wer ist das schon? Bei einer Größe von 1,67m habe ich 55 Kilo gewogen, das war absolutes Idealgewicht. Es ist mir bis heute ein Rätsel, wie es passieren konnte, dass ausgerechnet ich eine Essstörung bekomme. Mein kleiner Bruder hat immer gewitztelt, dass ich schokosüchtig bin. Jemand der "schokosüchtig" ist, kann doch unmöglich magersüchtig werden, oder?
Der Berater in der Tagesklinik wollte von all dem jedenfalls nichts wissen. Ihm ging es nur um Zahlen. Aktutelles Gewicht, Größe, BMI. Für ihn war die Sache klar. Er sagte in seinen Augen ständen meine Chancen es ambulant zu schaffen sehr schlecht. Helfen könne er mir allerdings auch nicht, denn seine Klinik sei nicht auf Essstörungen spezialisiert, was ich ja eigentlich schon von vornherein wusste. In dem ganzen Gespräch hat er betont, dass Anorexia nervosa nichts ist, das man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Er hat gesagt es geht um mein Leben. Das verstehe ich ja auch grundsätzlich, aber mir liegt so viel an diesem Studium, gemeinsam mit meinem Freund. Die Empfehlung des Beraters war klar: stationäre Klinik, am besten so bald wie möglich. Mein Freund und ich haben uns jetzt aber erstmal dagegen entschieden. Wir wollen den Termin bei dem Psychologen am 25. Oktober abwarten. Wenn der auch sagt er kann mir nicht helfen, dann werde ich versuchen mich zu überwinden in eine Klinik zu gehen. Bis dahin gebe ich mir Mühe mithilfe von Fresubin nicht weiter an Gewicht zu verlieren. Zahlen scheinen ja sehr maßgebend bei dieser Krankheit zu sein.
Das Gespräch heute hat mir sehr weh getan. Ich fühle mich so allein gelassen Der einzige Trost ist mein Freund <3 Ich bin so dankbar, dass er mich begleitet hat und an meiner Seite kämpft. Er hat mir sogar Blumen geschenkt zur Aufmunterung und darauf beharrt mir noch einen Wunsch zu erfüllen. Ich weiß gar nicht womit ich ihn verdient habe, wo ich ihm doch so viel Kummer bereite Er muss sich immer all meine Sorgen anhören und ich habe Angst, dass er daran eines Tages zerbricht Wie gerne hätte ich einen Menschen, der dasselbe durchmacht oder durchgemacht hat. Ich hoffe immer noch, dass das hier so jemand liest und mir helfen kann. Man hört von allen Seiten, dass der Weg aus der Magersucht kein leichter Weg ist - aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg! Und diesen Weg werde ich schaffen, egal wie.
6.10.16 14:24


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Es gibt Tage solche und solche Tage. Manchmal ist es schwieriger mit der Essstörung zu leben, und manchmal ist es leichter. Heute ist ein schwieriger Tag. Die Waage hat heute morgen 44,7angezeigt. Das war ein Schock für meinen Freund und mich, denn ich habe mich so angestrengt nicht weiter abzunehmen Ich hätte niemals gedacht, dass ich einmal unter 45 Kilo kommen würde. Das war irgendwie immer eine unausgesprochene Grenze. Aber anscheinend kennt die kranke Stimme nach unten keine Grenze und das macht mir Angst. Ich will ja mehr essen, nur es klappt einfach nicht. Heute waren wir einkaufen und ich wollte mir zum Mittag essen eine Suppe aussuchen. Am liebsten häte ich mich für die Kartoffelsuppe entschieden, aber die hätte 76 Kalorien gehabt, was der blöden Stimme zu viel gewesen wäre, denn schließlich stand ja auch noch eine Flasche Fresubin auf dem Speiseplan. Also entschied ich mich für eine Gemüsesuppe. Die hat leider nicht mal sonderlich gut geschmeckt, aber wenigstens war die kranke Stimme zufrieden. Mein Freund hat mir heute wieder mehrfach gesagt, wie wichtig es ist, dass ich zunehme. Zunehmen ist so ein gruseliges Wort... niemand mag schließlich zunehmen, oder?
Dank der Tatsache, dass ich sowohl beim Frühstück, als auch beim Mittagessen Kalorien eingespart habe, um irgendwie mit dem Fresubin klar zu kommen, dürfte ich von dem heutigen Tag eigentlich nicht zugenommen haben. Trotzdem habe ich aber sehr viel Angst vor der Waage morgen, denn sollte sie mehr anzeigen wird die böse Stimme wütend sein. Sollte sie dagegen weniger anzeigen...tja, dann weiß ich auch nicht weiter
Am Donnerstag habe ich einen Termin in einer Tagesklinik vor Ort. Die Empfangsdame hat mir zwar deutlich zu verstehen gegeben, dass sie nicht auf Essstörungen spezialisiert sind und es 30km entfernt eine stationäre Klinik dafür gibt, aber ich will es trotzdem versuchen. Am 25. Oktober habe ich noch einen Termin bei einem Psychologen, der eventuell eine ambulante Therapie mit mir macht, aber bis dahin sind es noch fast 3 Wochen und ich habe allmählich das Gefühl mir rennt die Zeit davon Wenn mir schon bei 47 Kilo so viele Leute zu einer stationären Behandlung geraten haben, was sagt dann der Psychologe bei 44 Kilo oder sogar noch weniger? Ich finde es nicht fair, dass alle nach dem Gewicht urteilen. Das Gewicht ist nichts weiter als eine blöde Zahl und hinter dieser Zahl steckt doch einfach nur ein Mensch der Hilfe möchte Ich kann schließlich nichts dafür, dass mir niemand schnell einen Termin geben konnte. Diese Krankheit bedeutet nun mal Gewichtsverlust und je mehr Zeit vergeht, desto mehr Gewicht wird verloren. Ich finde ich habe ein Recht darauf es ambulant zu versuchen wenn ich das möchte. Manchmal habe ich zwar Zweifel ob ich das wirklich schaffe, aber wenn ich meinen Freund ansehe und an unsere Zukunft hier in der neuen Stadt denke weiß ich einfach ganz genau warum es sich so lohnt zu kämpfen <3 Es kostet mich wahnsinnig viel Überwindung Fresubin zu trinken und ich habe es leider auch schon ein paar mal zur Hälfte weggeschüttet, als mein Freund nicht geguckt hat, aber heute zum Beispiel habe ich die ganze Flasche getrunken. Die blöde Stimme hat getobt, aber der gesunde Teil von mir war stolz. Mir wurde mal gesagt ich soll mich an jedem Erfolg festhalten und genau das versuchte ich zu tun. Irgendwo muss es ein Licht am Ende des Tunnels geben und ich werde alles tun um es zu finden.

4.10.16 20:30


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